Wählergemeinschaft will einiges bewegen

Ostseezeitung Grimmen vom 19.03.2019 von
Raik Mielke


Deyelsdorf Mit dem Ziel, Kandidaten für die Wahl des Kreistages Vorpommern-Rügen, und für die Wahlen der Gemeindevertretungen und ehrenamtlichen Bürgermeister aufzustellen, gründete sich im Januar diesen Jahres die „Wählergemeinschaftfür den Landkreis Vorpommern-Rügen“. Eine, die sowohl für einen Sitz im Kreistag, als auch um das Amt des Bürgermeisters der Gemeinde Deyelsdorf kandidiert, ist Sandra Boy.

Die amtierende Deyelsdorfer Bürgermeisterin ist von Beginn an mit dabei und erklärt gegenüber der OSTSEE-ZEITUNG worum es der Wählergemeinschaft geht. „Die Gemeinschaft besteht aus Bürgern des gesamten Landkreises. Unser Ziel war es, eine bessere Vernetzung in Vorpommern-Rügen aufzubauen, um Probleme gemeinsam angehen zu können“, beschreibt Sandra Boy.

Vorsitzender der „Bürger für Vorpommern-Rügen“ ist der Rüganer Steffen Ulrich, der im vergangenen Jahr für das Amt des Landrates kandidierte. Unter dem Slogan „Gemeinwohl vor Eigennutz“ will die Wählergemeinschaft auch in den Kreistag einziehen. „Wir wollen dort unsere Vorstellung und Ideen mit einbringen, um so einiges im Landkreis verändern zu können und unseren Bürgern, vor allem auch im ländlichen Raum, eine Stimme zu geben“, betont Sandra Boy und sieht einen großen Vorteil in einer Wählergemeinschaft: „Wir arbeiten sowohl parteiunabhängig und parteiübergreifend.“ Hierfür haben die „Bürger für Vorpommern-Rügen“ sich drei große Kerngebiete auf die Fahne geschrieben.

„Für unsere Menschen da sein“

„Diesbezüglich wollen wir ’Vor-Ort-Verwaltungen’ in Bergen, Barth, Ribnitz-Damgarten und Grimmen anbieten, die weitere Zentralisierung von Verwaltungen verhindern und das ehrenamtliche Engagement stärker wertschätzen“, beschreibt Sandra Boy. Zudem sollen die Schulstandorte nachhaltig entwickelt und neue Ausbildungsrichtungen etabliert werden.

„Die Gemeinden stärken“

„Das wichtigste Vorhaben ist die attraktivere Gestaltung der Ortsbilder und Aufenthaltsqualität im ländlichen Raum“, betont Sandra Boy. Wichtig hierfür ist nach Aussage der Bürgermeisterin der Gemeinde Deyelsdorf die Verbesserung der kommunalen Finanzausstattung. „Förderprogramme müssen einfach besser nutzbar gestaltet werden“, sagt sie. Um die zurückgehenden Einwohnerzahlen im ländlichen Raum aufzuhalten, meint Sandra Boy, dass es wichtig sein wird, Neuansiedlungen gezielt zu fördern und zugleich bezahlbaren Wohnraum zu erhalten. Aber auch die Infrastruktur in den vielen Gemeinden des Landkreises muss stimmen. „Um junge Leute für ein Leben im ländlichen Raum zu begeistern, braucht es familienfreundliche Rahmenbedingungen, wie Schulen, Kitas, Senioreneinrichtungen und Einkaufsmöglichkeiten“, sagt die Bürgermeisterin.

„Das Liebenswerte unserer Region schützen“

„Hierbei geht es erst einmal darum, das Potential unserer Region zu erkennen und zu dann zu nutzen“, meint Sandra Boy und zählt auf: „Wichtig ist der weitere Ausbau von Rad-, Wander- und Reitwegen, zugleich die Bewahrung von Landschaft und Natur. Dies ist nämlich ein Alleinstellungsmerkmal unserer Region und wichtig für einen erfolgreichen Tourismus.“ Und wie die Bürgermeisterin der Gemeinde Deyelsdorf erklärt, muss in Sachen Tourismus ein größeres Augenmerk auf die Vermarktung des pommerschen Festlandes und nicht nur auf die Küstengebiete gelegt werden.

Raik Mielke